Tag 7 – 8: Der Abschied fällt schwer….

Vormittags haben wir die Präsentationen unserer Projekte vorbereitet. Ausgedruckte Bilder wurden an die Wände geklebt. Die Moderatoren Lara Peyrer und Wanja Tkatschenko führten uns anschließend durch die Vorstellungen der Projekte. Zuschauer waren auch Teilnehmer der Nürnberger Freundschaftsreise.

Schon zur Mittagszeit bekamen wir wieder Freizeit, bevor wir uns abends erneut zu einem gemeinsamen Abschlussessen trafen.

Die Heimreise steht an: Ziemlich früh mussten wir uns verabschieden. Mit dem Zug fuhren wir zurück nach Kiew. Von dort aus flogen wir nach München. Ein Bus brachte uns schließlich wieder nach Hause.

Abschließend kann ich wohl für alle sprechen, wenn ich sage, dass wir wunderschöne Erfahrungen sammeln konnten. Neue Freunde, viele Eindrücke, anderes Essen, ein Zusammenwachsen der Gruppe und Erinnerungen, die lebenslang bleiben werden.

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Tag 6 – Erinnerung und Hoffnung

Treffpunkt heute war die Geschichtswerkstatt Tschernobyl. Uns wurde über die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl von Menschen erzählt, die den schrecklichen Unfall live miterlebt haben. Sie kommen aus dem vollkommen verstrahlten Dorf Wiltscha, das 700 km östlich von Charkiw neu aufgebaut wurde.

Nach dieser Erfahrung durften wir weiter an unseren Projekten arbeiten.

Anschließend machten wir einen Ausflug ins Kinderdorf Otradnoe. Dort haben wir uns mit Kindern und Jugendlichen getroffen und gemeinsam gepicknickt.

Nach dem Essen hat sich unsere Gruppe auf das Gelände verteilt. Ein paar spielten mit den Kindern Basketball oder Fußball, andere schauten ihnen bei der Gymnastik zu. Es war beeindruckend, wie offen die Kinder waren und wie sie uns direkt in ihre Gruppe integriert haben.

Nachdem wir mit ihnen gespielt hatten, haben sie uns kleine Vorführungen präsentiert. Sie haben uns von Kinderrechten erzählt aber auch gesungen, getanzt und mit Reifen Gymnastikübungen vorgeführt.

Für ein paar war das Kinderdorf das bisherige Highlight.

Zurück im Nürnberg Haus haben wir unsere Menschenrechtsprojekte vollendet.

Tag 5 – Human Rights Protection

Am nächsten Morgen trafen wir uns im Nürnberger Haus wieder. Dort reflektierten wir gemeinsam unsere Gedanken zu den Denkmählern des vorherigen Tages. (siehe Bild)

Im Holocaustmuseum erzählte uns die Betreiberin des Museums sehr viel über dieses traurige Thema. Bis zum Mittagessen war ihre Rede nicht mehr zu stoppen, obwohl eigentlich noch die Arbeit an unseren Projekten auf dem Plan stand.

In einem noblen, französischen Restaurant durften wir zu Mittag essen. Die Konrad-Adenauer-Stiftung hatte uns eingeladen. Anschließend fand ein Gespräch über die Menschenrechte mit dem Leiter des Büros Tim Peters, einer Vertreterin der Kharkiv Human Rights Protection Group und der Jura-Professorin Oksana Senatorova statt. Die Konrad Adenauer Stiftung dokumentiert unter anderem die Menschenrechtsverletzungen und leistet Bildungsarbeit in über 100 Büros auf der ganzen Welt.Hier fand anschließend auch ein Gespräch mit wichtigen Vertretern der Konrad-Adenauer-Stiftung statt. Diese Stiftung dokumentiert unter anderem die Menschenrechtsverletzungen und leistet Bildungsarbeit in über 100 Büros auf der ganzen Welt.

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Tag 4 – Menschrechtsverletzungen: Opfer zugleich Täter? Gedenken und starke Emotionen

Präsentation der Mediagruppe „Nakipelo“:

Mehr oder weniger ausgeruht, trafen wir uns im Gebäude der Mediagruppe „Nakipelo“ wieder. Die Präsentation von Filmen zu Fällen der Menschenrechtsverletzungen machte uns nachdenklich und regte insgesamt zu einer starken Diskussion an. Im Anschluss erhielten wir einen kleinen Einblick über deren Arbeit in den Kriegsgebieten und Gestaltung von Graphiken.

Zwischen einer Pause und dem Mittagessen wurde die Projektarbeit in den Arbeitsgruppen fortgesetzt.

Das Restaurant in dem wir zu Mittag essen durften, hätte aus einem Disney-Film stammen können. Im Außenbereich waren verzierte Stühle zu finden und überall schön arrangierte Blumen.

Gedenkstätten, Holodomor-Denkmal, Soldatenfriedhof:

Ein Bus brachte uns zunächst zum Memorial für die Opfer des 2. Weltkrieges in Charkiw. Ein langer Weg führte zwischen großen Bäumen bis hin zu einer mächtigen Statue, der Mutter Heimat. Dort durften ein paar von uns Rosen ablegen.

Dann ging es weiter zur Gedenkstätte für die Opfer des Totalitarismus. Es handelt sich vor allem um vom NKWD ermordete Polen und Ukrainer. Hier lagen an jedem Grab Blumen aus Plastik, Tafeln mit Namen und Geburtsdaten zierten den Weg. Manchmal lagen hier Fotos von den Verstorbenen. Auch hier durften wir ein paar Rosen niederlegen.

Beim Denkmal des Holodomors wurde wieder eine riesige Statue gezeigt. Eine Familie. Eltern, zwei Kinder. Zu deren Füßen legten wir Rosen nieder.

Mit dem Bus ging es nun zum letzten Ziel des Tages, dem deutsche Soldatenfriedhof. Dieser liegt in direkter Nachbarschaft zu einem großen ukrainischen Friedhof, bei dem jede einzelne Person einen eigenen Grabstein hat. Dazwischen wuchsen Blumen wild durcheinander; kleine Tische und Bänke standen einsam an jeder Grabstelle. Traditionell nimmt man hier in der Osterzeit mit seinen Toten ein gemeinsames Mahl ein.

Dann gingen wir zu Fuß weiter zu den Gräbern der deutschen Soldaten. Die Grabstein waren in Reih und Glied aufgestellt. Es erinnerte ein wenig an Dominosteine. Unendlich viele Namen waren hier eingraviert. Zwischen den Steinen ein perfekt gemähter Rasen. Keine Blume störte das monotone Grün. Dahinter erstreckten sich die wild bewachsene ukrainischen Gräber, soweit das Auge reichte. Deutsche Gründlichkeit und ukrainisch, lässige Spontanität. Maximaler Kontrast in friedlicher Koexistenz. Der Tod vereint und verwischt alle Grenze. Hier wurden einem die Ausmaße von Krieg und Frieden eindrucksvoll vor Augen geführt.

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Freizeit:

Den Rest des Tages verbrachten manche in dem Familien, andere zusammen im Französisch Boulevard, einem Einkaufszentrum mit einer Nachbildung des Eifelturms auf dem Dach.

 

Tag 3 – Human Rights

Nach der ersten Nacht bei unseren Austauschschülern haben wir uns in der Früh am Nürnberger Haus getroffen. Begrüßt wurden wir von einem Vertreter der Stadt Charkiw. André Winkel, einer der Betreuer, erklärte uns woher die Menschenrechte kommen und was sie bedeuten. Anschließend haben wir zwei Spiele gespielt, um uns gegenseitig besser kennenzulernen.

Dann erfolgte die Einteilung in Arbeitsgruppen und die ersten Vorbereitungen für die Projektarbeit wurden getroffen. Nach einer kleinen Pause bekamen wir viel Zeit, um uns in die Projekte einzuarbeiten und diese zu vertiefen.

Nachmittags stand eine Stadtführung unter der Leitung von Svitlana Sotnikova mit der Methode „Quest“ auf dem Programm: Dabei liefen wir in kleinen Gruppen durch die Stadt. An sechs Stationen wurden uns unterschiedliche Fragen über die Ukraine gestellt. Durch die richtige Beantwortung der Fragen konnten wir Punkte sammeln. Anschließend gab es auch für die kurzzeitig verschwundene Gruppe kleine Preise.

Nach dem Programm trafen wir uns im Gorky Park, einem Freizeit Park mit Achterbahnen, Riesenrad und Restaurants, mitten in der Stadt. Nach diesem schönen Tagesabschluss, fuhren einige mit dem Auto nach Hause, andere liefen zu Fuß zurück. Der Heimweg gewährte uns einen traumhaften Ausblick über die Stadt Charkiw.